Indexfonds – Was man darüber wissen sollte
Indexfonds – die Aktienanlage nach dem Vorbild der „Grossen“
Was haben uns all die Fondsmanager die ganzen Jahre nicht alles versprochen? Wie sie mit ihren ausgeklügelten Strategien die Indices schlagen würden.
Stiftung Warentest zeigte nun anhand von Zahlen: „Von 61 analysierten Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt USA schafften es nur knapp 20 Anbieter, im Verlauf von fünf Jahren besser als der MSCI-USA-Aktienindex abzuschneiden.“
Warum also hochstapelnden Fondsmanagern das Geld hinterher werfen, wenn es anders genauso gut und kostengünstiger geht?
Das Zauberwort heißt Indexfonds – Exchange Traded Funds (ETF)
ETFs orientieren sich an den Erfolgsergebnissen umsatzstarker Unternehmen.
Sie ähneln in Zusammensetzung und Gewichtung ihrer Aktien einem vordefinierten Index, wie z. B. dem Dax, EuroStoxx 50 oder Dow Jones Industrial Average. Im Falle des Dax, ist das die Kennzahl, die alle Aktienkurse der 30 umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands wiedergibt. Indexfonds bilden in Ihrem Portfolio die Struktur und Zusammensetzung eines solchen Index, möglichst 1:1, nach.
Hier entscheidet also nicht ein Fondsmanager subjektiv über die Auswahl der Titel im Fonds. Dort hinein schaffen es vielmehr die Unternehmen, die sich durch ihre Umsätze die Position im Index erfolgreich erkämpft haben.
Welche Formen von ETFs unterscheidet man?
Es gibt zum einen den klassischen Indexfonds.
Der klassische Indexfonds bildet den, ihm zugrunde liegenden Index exakt 1:1 ab. Zusammensetzung und Gewichtung der Aktien darin sind also absolut identisch, mit der des Index.
Als weitere Variante existiert der indexnahe Fonds.Bei diesen Fonds kann eine 100% ige Nachbildung des Indexes aus unterschiedlichen Gründen nicht vollzogen werden. Dies können u. a. Gründe rechtlicher Natur sein.
Hat z. B. die Aktie XY einen reellen Anteil von 15% am Index, darf der Fondsmanager diesen Anteil nicht exakt in dieser Größe in den Fonds übernehmen. Der Gesetzgeber schreibt nämlich einen maximalen Anteil von 10% einer Aktie an einem Fonds vor. Die restlichen 5% können jedoch mit Papieren abgedeckt werden, die eine ähnliche Entwicklung, wie der Index erwarten lassen (z. B. Dax Futures). Ebenso möglich, die Wahl von Aktien eines vergleichbaren Unternehmens der selben Branche. Auch dafür muss eine ähnliche Performance prognostiziert werden können.
Welche Vorteile haben ETFs für den Anleger?
ETFs sind kostengünstig, weil nur geringer Bearbeitungsaufwand erforderlich ist
Da sich bei Indexfonds erst eine Umstrukturierung der Aktien ergibt, wenn sich im zugrunde liegenden Index etwas ändert, ist der Zeitaufwand des Fondsmanagers relativ gering. Man spricht dabei von passivem Management. Hierfür liegen die jährlichen Gebühren, geschätzt, zwischen 0,1% bis 0,8% . Für aktiv gemanagte Fonds fällt leicht das 3-fache an Gebühren an.
Indexfonds sind transparent – Informationen darüber günstig und leicht zugänglich
Jeder Anleger kann sich ganz einfach in der täglichen Berichterstattung, wie Zeitung, TV usw. über die Entwicklungen der Indices informieren. Dafür müssen weder teure Fachzeitschriften abonniert, noch aufwendige Recherchen betrieben werden.
Indexfonds sind die Aktienanlage für „Jedermann“
Um den Verlauf dieser Papiere zu verfolgen, ist es nicht nötig ein erfahrener Börsianer zu sein. Aufwendige Informationsbeschaffung über einzelne Unternehmen entfällt. Das lästige Lesen komplizierter Analyseberichte erübrigt sich. Mit Indexfonds kaufen Sie ein Stück „Markt-durchschnitt“.
Mit Indexfonds wird mehr „verdient“
Im Vergleich zu Zertifikaten erhält der Anleger zum Kursgewinn auch die Dividende noch dazu. Man profitiert also zweimal.
Hohe Liquidität
Indexfonds sind handelbar, wie Aktien.
ETF´s können, als börsengelistete Produkte über das Handelssystem der Deutsche Börse AG,
Xetra, zu den handelsüblichen Zeiten, Mo.- Fr. zwischen 9.00 und 17.30 Uhr ge- und verkauft werden. Der Anleger kann also jederzeit über sein Geld verfügen.
Vor Verlusten geschützt
Indexfonds gelten als Sondervermögen: Selbst, wenn die ausgebende Bank Konkurs anmelden sollte, erhält der Anleger sein investiertes Geld zurück.
Und wie steht es mit den Nachteilen?
Sicherheit kontra Risiko
ETFs sind unter den Aktienanlagen die relativ sichere Variante. Diese Sicherheit
geht damit einher, dass die Performance zwar gut, aber dennoch gemäßigt ist. Der große, schnelle Gewinn ist mit Indexfonds also nicht zu machen. Sie eignen sich eher für die langfristige Anlage mit kontinuierlicher Wertsteigerung.
Die Bindung an die Zusammensetzung des Indexes kann zum Nachteil werden
Bei klassischen Indexfonds besteht für den Fondsmanager die Verpflichtung, die Nachbildung des Indexes unbedingt zu erhalten. Auch wenn sich bestimmte Papiere im Abwärtstrend befinden, darf davon nicht abgewichen werden. Hier gilt also: mit gehangen, mit gefangen!
Risiko durch zu geringe Streuung innerhalb der Fonds
Es gibt immer wieder ETFs, die eine zu geringe Streuung der Aktien innerhalb der Branchen aufweisen. Dies erhöht das Risiko, da Unternehmen in ähnlichen Marktsegmenten von wirtschaftlichen Einflüssen meist auch gemeinsam betroffen sind.
Um Risiken zu minimieren, sollte man deshalb immer genau auf die Zusammensetzung der Aktien in den einzelnen Fonds achten.
Auch Exchange Trade Funds, die nur sporadisch gehandelt werden, bergen die Gefahr für Käufer und Verkäufer, keinen fairen Preis zu erhalten.
Erhöhtes Risiko bei Fonds in ausländischer Währung
Kaufen Sie Indexfonds, denen z.B. der DowJones zugrunde liegt, bedenken Sie bitte unbedingt, dass sich auch Währungsschwankungen auf Ihre Rendite auswirken können.
Es nützt nichts, wenn die schönsten Gewinne von fallenden Dollarkursen am Ende „aufgefressen“ werden.
Für welche Anleger sind ETFs geeignet?
Indexfonts eignen sich für Anleger, die ein langfristiges Anlageziel verfolgen. Und dabei eine gute Wertsteigerung erreichen möchten sowie das Anlagerisiko relativ gering halten wollen.
Für welche Anleger sind Indexfonds nicht geeignet?
Wer an der Börse den „schnellen Euro“ machen will, ist mit dem Kauf von ETFs nicht gut beraten. Rasante Spekulationsgewinne lassen sich mit diesen Papieren nicht erzielen.
Welche Trends zeichnen sich bei Indexfonds ab?
Wurden bisher Indexfonds hauptsächlich von Banken und Investoren gekauft, greifen nun zunehmend auch Privatanleger zu diesen lukrativen Papieren.
Dies hat zur Folge, dass nicht nur, das, in Indexfonds investierte Vermögen angestiegen ist. Auch die Bandbreite und Zahl, der am Markt angebotenen Fonds hat sich erheblich vergrößert.
„Wie die Investmentbank Morgan Stanley ermittelt hat, wurden Ende 2007 in 423 Indexfonds sowie 56 auf Rohstoffindizes laufenden Fonds insgesamt 128,4 Milliarden Dollar verwaltet.
Zum Vergleich: Vor Jahresfrist waren es knapp 90 Milliarden Dollar und 273 Produkte gewesen.“
(Quelle: FAZ.NET, Fonds & Zertifikate vom 10.6.2008)
Deborah Fuhr, Expertin für börsengehandelte Indexfonds bei Morgan Stanley schätzt, dass der Anteil der Privatanleger in Indexfonds von jetzt ca.15% in 5 Jahren auf wahrscheinlich 30% angestiegen sein wird.(Quelle: s.o.)
Was kosten Indexfonds und wie werden sie berechnet?
Grundsätzlich sind Indexfonds kostengünstiger als aktiv gemanagte Fonds, da der Bearbeitungsaufwand wesentlich geringer ist.
Banken berechnen i. d. R. einen Ausgabeaufschlag von bis zu 5% und eine Bearbeitungsgebühr zwischen 0,1 und 0,8%. Hinzu kommen meistens noch die Depotgebühren
als Extraposten oben darauf. Damit lassen sich die Bankhäuser ihre Beratungstätigkeit gut und gerne vergüten.
Wer keine Beratung benötigt, weil er schon weiß, welches Papier er kaufen möchte, oder sich selber im Internet informiert, kommt bei den zahlreichen Fondsdiscountern online deutlich billiger weg.
Sie konkurrieren heftig miteinander durch Vergabe von Rabatten, Depotgebührenerstattung und Verzicht auf den Ausgabeaufschlag.
Hier empfiehlt es sich, einmal „ Fonds ohne Ausgabeaufschlag“ in die Suchmaschine einzugeben und dann genau zu vergleichen.
Das Geld, dass Sie dadurch sparen, investieren Sie am besten gleich in Ihren neuen Fonds.
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