Welche Risiken ETFs haben

Indexfonds sind breit gestreut, aber nicht risikolos. Diese Übersicht beschreibt die wichtigsten Risikoarten; welche davon für einen Fonds relevant sind, steht im Basisinformationsblatt und im Prospekt des Anbieters.

Marktrisiko

Ein Indexfonds folgt seinem Markt nach oben wie nach unten. Breite Aktienindizes sind in der Vergangenheit zeitweise um mehr als 40 % gefallen und haben teils Jahre gebraucht, um sich zu erholen.

Konzentrationsrisiko

Auch breite Indizes können von wenigen Unternehmen, Branchen oder Ländern dominiert werden. Wer mehrere Fonds kombiniert, hält dieselben Werte oft mehrfach, zum Beispiel große US-Technologiewerte in einem S&P-500- und einem Nasdaq-100-ETF.

Währungsrisiko

Hält ein Fonds Wertpapiere in anderen Währungen, beeinflussen Wechselkurse die Wertentwicklung in Euro – unabhängig davon, in welcher Währung der ETF gehandelt wird. Währungsgesicherte Anteilsklassen verringern dieses Risiko, verursachen aber Absicherungskosten.

Zinsänderungsrisiko

Anleihen-ETFs verlieren an Wert, wenn die Marktzinsen steigen – umso stärker, je länger die Laufzeiten der Anleihen sind. Hinzu kommt das Ausfallrisiko der Anleiheschuldner.

Liquiditäts- und Handelsrisiko

Der Börsenkurs eines ETFs kann vom Wert seiner Bestandteile abweichen, vor allem bei weniger liquiden Märkten oder außerhalb der Handelszeiten der Heimatbörsen. Die Geld-Brief-Spanne (Spread) ist ein Kostenfaktor beim Kauf und Verkauf.

Kontrahentenrisiko: Swaps und Wertpapierleihe

Synthetische ETFs bilden den Index über einen Tauschvertrag (Swap) mit einer Bank nach; physische ETFs verleihen teils Wertpapiere gegen Sicherheiten. Fällt der Vertragspartner aus, hängt der Schaden von Umfang und Qualität der Sicherheiten ab. OGAW-Regeln begrenzen das Kontrahentenrisiko aus Derivaten, schließen es aber nicht aus.

Anbieter- und Fondsrisiko

Das Vermögen eines OGAW-Fonds wird bei einer Verwahrstelle getrennt vom Vermögen der Fondsgesellschaft gehalten. Anbieter können Fonds aber schließen oder zusammenlegen; dann wird der Fonds aufgelöst oder umgewandelt, was je nach Land steuerliche Folgen haben kann.

Abweichung vom Index

Kosten, Steuern, Sampling und Liquiditätsbestände führen dazu, dass ein Fonds nie exakt die Indexrendite erzielt (Tracking Difference). Die Abweichung kann je nach Jahr unterschiedlich groß sein.

Steuerliche und regulatorische Risiken

Steuerregeln für Fonds und Anleger können sich ändern, ebenso Doppelbesteuerungsabkommen und die Behandlung von Swaps. Wie Erträge besteuert werden, hängt vom Wohnsitzland ab.


Wie die Portfolio-Analyse Konzentration misst

Die Portfolio-Analyse berechnet den Herfindahl-Hirschman-Index (HHI) aus den zehn größten erfassten Einzelwerten Ihres Portfolios: Deren Anteile werden auf 100 % normiert, quadriert und addiert. Das Ergebnis liegt zwischen gut 1.000 (zehn gleich große Werte) und 10.000 (ein einziger Wert).

Einstufung in der Portfolio-Analyse
Konzentration HHI-Bereich
Niedrig< 1.500
Mittel1.500 – 2.499
Hoch2.500 – 3.999
Sehr hoch≥ 4.000

Die Schwellen sind an in der Wettbewerbsanalyse übliche Werte angelehnt; für Portfolios gibt es keine allgemein anerkannte Norm. Weil nur die zehn größten erfassten Positionen einfließen, ist der Wert eine grobe Orientierung und hängt von der Datenlage ab.

Diese Übersicht ist allgemein und nicht vollständig. Maßgeblich sind das Basisinformationsblatt (mit dem Gesamtrisikoindikator) und der Prospekt des jeweiligen Fonds.