Dividenden-ETFs bilden Indizes ab, die Unternehmen nach der Höhe oder der Beständigkeit ihrer Dividenden auswählen. Manche Anlegerinnen und Anleger schätzen regelmäßige Ausschüttungen, etwa für laufende Ausgaben. Wichtig ist zu verstehen, was eine Ausschüttung ist – und was nicht.
Eine Ausschüttung ist kein Zusatzertrag
Zahlt ein Unternehmen oder ein Fonds eine Dividende, sinkt sein Wert am Ex-Tag ungefähr um den ausgeschütteten Betrag. Die Gesamtrendite (Total Return) besteht aus Kursveränderung und Ausschüttungen. Eine hohe Dividendenrendite bedeutet deshalb nicht automatisch eine hohe Gesamtrendite.
Zwei typische Auswahlmethoden
- Beständigkeit: Der Index nimmt Unternehmen auf, die ihre Dividende über viele Jahre gehalten oder gesteigert haben (oft mit „Aristocrats“ im Namen). Die Mindestdauer und weitere Regeln unterscheiden sich je nach Index.
- Hohe Dividendenrendite: Der Index wählt Unternehmen mit der höchsten aktuellen Dividendenrendite, oft mit Filtern, die prüfen, ob die Ausschüttung durch Gewinne gedeckt ist. Eine hohe Rendite kann auch die Folge eines stark gefallenen Kurses sein.
Was sich gegenüber einem breiten Marktindex ändert
- Branchen und Länder: Dividendenindizes gewichten häufig Finanzwerte, Versorger, Energie und Basiskonsumgüter stärker und Technologie schwächer als breite Marktindizes.
- Weniger Titel: Viele Dividendenindizes enthalten deutlich weniger Unternehmen als ein breiter Index; das erhöht das Konzentrationsrisiko.
- Stil-Effekt: Dividendenstrategien haben oft Eigenschaften von Value-Strategien. Ihre Wertentwicklung kann über lange Zeiträume deutlich vom breiten Markt abweichen – nach oben wie nach unten.
Risiken
- Dividenden können gekürzt oder gestrichen werden, besonders in wirtschaftlichen Krisen.
- Unternehmen können Dividenden auch aus Rücklagen oder mit Schulden finanzieren; eine Dividende allein ist kein Beleg für wirtschaftliche Stärke.
- Bei Fonds in Fremdwährung schwanken die Ausschüttungen zusätzlich mit dem Wechselkurs.
Steuern und Kosten
- Ausschüttungen werden in vielen Ländern im Jahr des Zuflusses besteuert. Bei thesaurierenden Fonds wird die Besteuerung teilweise aufgeschoben; in Deutschland fällt dafür jährlich die Vorabpauschale an. Die Details hängen vom Wohnsitzland ab.
- Quellensteuern im Ausland können die Nettoausschüttung mindern.
- Dividenden-ETFs haben oft höhere laufende Kosten (TER) als ETFs auf breite Marktindizes.
Ausschüttung oder Verkauf von Anteilen?
Für laufende Einnahmen gibt es zwei Wege: Ausschüttungen nutzen oder regelmäßig Anteile verkaufen, auch von thesaurierenden Fonds. Bei gleicher Gesamtrendite führen beide vor Steuern und Kosten zu ähnlichen Ergebnissen. Unterschiede entstehen vor allem durch Steuern, Kosten und die unterschiedliche Zusammensetzung der Indizes. Reichen die Ausschüttungen nicht aus, müssen ohnehin Anteile verkauft oder Ausgaben angepasst werden.
Diese Erklärung ist allgemein und keine Anlageberatung. Frühere Dividendenzahlungen sind keine Garantie für künftige Ausschüttungen.