Indexfonds Vertiefung • 4 min

Thesaurierend vs. Ausschüttend: Der Zinseszins-Motor

Redaktion indexfonds.eu

Ein Exchange Traded Fund (ETF) sammelt Erträge (wie Dividenden oder Zinsen) der Unternehmen oder Anleihen, in die er investiert, ein. Als Anleger stehen dir zwei Möglichkeiten zur Verfügung, wie der ETF mit diesen Erträgen umgehen soll: Ausschüttung oder Reinvestition (Thesaurierung).

Ausschüttende ETFs (Distributing)

Diese ETFs überweisen die gesammelten Erträge regelmäßig (meist quartalsweise oder jährlich) auf dein Verrechnungskonto.

  • Vorteil: Du erhältst regelmäßige Ausschüttungen, ohne Anteile verkaufen zu müssen. Das kann für laufende Ausgaben, etwa im Ruhestand, praktisch sein. Eine Ausschüttung mindert allerdings den Fondswert um den ausgeschütteten Betrag.
  • Nachteil: Der Cashflow unterliegt meist direkt der Kapitalertragsteuer. Das verlangsamt den Zinseszinseffekt.

Thesaurierende ETFs (Accumulating)

Diese ETFs behalten die Erträge und investieren sie automatisch in den Fonds zurück. Der Wert deines ETF-Anteils steigt entsprechend an.

  • Vorteil: Steuerstundungseffekte und automatisierter Zinseszins. Du musst nichts manuell wieder anlegen, und sparst Ordergebühren. Dies ist rechnerisch die effizienteste Methode für den Vermögensaufbau.
  • Nachteil: Du siehst keinen regelmäßigen Geldeingang auf dem Konto, was psychologisch für manche weniger motivierend wirkt.

Fazit: Für die Aufbauphase (jung, regelmäßiges Einkommen) sind thesaurierende ETFs mathematisch überlegen. Für die Entnahmephase (Rente, Cashflow nötig) eignen sich ausschüttende ETFs besser.

Über diesen Guide
  • Niveau: Grundlagen
  • Lesezeit: 4 min

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