Rebalancing: Zurück zur Zielvorgabe
Stell dir vor, du hast dein Portfolio mit 70 % Aktien (riskant) und 30 % Anleihen (sicher) gestartet. Nach einem Jahr mit starken Aktienmärkten ist dein Aktienanteil am Gesamtvermögen vielleicht auf 80 % gestiegen. Dein Portfolio ist nun riskanter, als du es ursprünglich geplant hast. Hier kommt das Rebalancing ins Spiel.
Was ist Rebalancing?
Rebalancing bedeutet, das ursprüngliche Verhältnis deiner Anlageklassen wiederherzustellen. In unserem Beispiel würdest du so viele Aktien verkaufen und Anleihen dazukaufen, bis du wieder bei deinem 70/30-Verhältnis angelangt bist.
Warum ist das wichtig?
1. Risikokontrolle: Ohne Rebalancing wächst der risikoreiche Anteil in Bullenmärkten immer weiter an. Bei einem Crash triff dich das dann viel härter als geplant.
2. Antizyklisches Handeln: Rebalancing zwingt dich intuitiv dazu, "teuer zu verkaufen" (Aktien, die gut gelaufen sind) und "günstig nachzukaufen" (Anlageklassen, die zurückgeblieben sind). Das ist psychologisch schwer, aber finanziell sehr klug.
3. Disziplin: Es verhindert, dass du emotional handelst und Trends hinterherläufst.
Wann sollte man rebalancen?
Es gibt zwei gängige Strategien:- Zeitgesteuert: Einmal im Jahr (z.B. immer am ersten Januar-Wochenende). Dies ist die einfachste Methode.
- Schwellenwert-basiert: Immer dann, wenn eine Anlageklasse um mehr als 5 % (oder 10 %) von ihrem Zielwert abweicht.
Rebalancing durch Sparpläne
Wer monatlich spart, kann Rebalancing besonders kostengünstig betreiben: Anstatt Anteile zu verkaufen (was Steuern und Gebühren kostet), steuerst du deine monatliche Sparrate einfach verstärkt in die Anlageklassen, die aktuell untergewichtet sind, bis das Verhältnis wieder stimmt.