Die Total Expense Ratio (TER - Gesamtkostenquote) ist die bekannteste Kennzahl beim Kauf eines ETFs. Sie gibt an, wie viel der ETF-Anbieter jährlich als Gebühr abzieht. Die TER ist wichtig, aber oft trügerisch, denn sie umfasst keine Handelskosten (Transaktionskosten) innerhalb des Fonds oder Einnahmen aus Wertpapierleihe.
Um die tatsächliche Qualität und die wahren Kosten eines ETFs zu beurteilen, betrachten institutionelle Investoren zwei andere Metriken.
1. Tracking Difference (TD)
Die Tracking Difference misst die Abweichung der Performance des ETFs vom Benchmarking-Index über einen festgelegten Zeitraum (meist ein Jahr). `TD = Rendite ETF - Rendite Index`- Ist die Tracking Difference negativ (z.B. -0,15%), lag der ETF 0,15% hinter seinem Index.
- Der Clou: Manche ETFs haben eine positive Tracking Difference! Sie erwirtschaften trotz TER eine minimale Überrendite im Vergleich zum Index, weil der ETF-Anbieter durch Wertpapierleihe oder geschickte Steueroptimierung (z.B. bei Dividenden aus den USA) zusätzliche Erträge erzielt.
- Ein ETF mit TER = 0,20% und TD = -0,05% ist letztlich günstiger und performanter als ein ETF mit TER = 0,12% und TD = -0,30%!
- Ein niedriger Tracking Error bedeutet, dass der Fonds extrem zuverlässig und stetig exakt dieselben Kurven zeichnet wie der Index.
- Ein hoher Tracking Error weist auf schlampiges Management oder ein fehlerhaftes, ungenaues Sampling hin. Der Anleger muss mit unkalkulierbaren, plötzlichen Abweichungen rechnen.
2. Tracking Error (TE)
Der Tracking Error misst die Volatilität der Tracking Difference. Er gibt an, wie stark die täglichen Schwankungen des ETFs von den täglichen Schwankungen des Index abweichen.Zusammenfassung: Die TER ist der Marketing-Indikator, die Tracking Difference ist der Rendite-Zerstörer (oder Retter) und der Tracking Error zeigt die Management-Qualität.