Quellensteuer auf US-Dividenden und Fondsdomizil

Wie Domizil und Art der Nachbildung die Quellensteuer auf Dividenden innerhalb eines Fonds beeinflussen können – vereinfacht am Beispiel von US-Dividenden.

Irland-Domizil

Für in Irland ansässige Fonds sieht das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den USA und Irland in der Regel einen Quellensteuersatz von 15 % auf US-Dividenden vor.

Luxemburg-Domizil

Bei in Luxemburg ansässigen Fonds wird auf US-Dividenden in der Regel der volle Satz von 30 % einbehalten, weil diese Fonds kein vergleichbares Abkommen in Anspruch nehmen können.

Synthetische Replikation

Synthetische ETFs halten die Indexwerte nicht direkt, sondern erhalten die Indexrendite über einen Swap. Bei manchen Indizes, etwa dem S&P 500, kann die Swap-Rendite die Dividenden ohne Abzug von US-Quellensteuer enthalten. Das hängt vom Index, vom Swap-Vertrag und von US-Steuerregeln ab, die sich ändern können; hinzu kommt das Kontrahentenrisiko.

Einordnung

Der Unterschied betrifft nur den Dividendenanteil aus den USA und macht meist Bruchteile eines Prozentpunkts pro Jahr aus. Er zeigt sich in der Tracking Difference des Fonds; Kosten, Index und Handelbarkeit können wichtiger sein.


Steuerliche Auswirkung

Struktur Quellensteuer auf US-Dividenden Rechnerische Minderung pro Jahr
Synthetisch (Swap, je nach Index) 0 % möglich 0,00 Pp.
Physisch, Domizil Irland 15 % −0,30 Pp.
Physisch, Domizil Luxemburg 30 % −0,60 Pp.
Beispielrechnung mit einer angenommenen Dividendenrendite von 2,0 % auf US-Aktien: 2,0 % × 15 % = 0,30 Prozentpunkte, 2,0 % × 30 % = 0,60 Prozentpunkte pro Jahr. Steuern des Anlegers im Wohnsitzland sind nicht berücksichtigt.
Steuerlicher Hinweis

Vereinfachte Darstellung, keine Steuerberatung. Maßgeblich sind die Angaben der Fondsanbieter und die jeweils geltende Rechtslage; für Ihre Situation kann eine steuerliche Beratung sinnvoll sein.